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Soziale Unsicherheit

Sozial unsichere Kinder fallen im Alltag zwar nicht auf, da sie dem ersten Eindruck nach pflegeleicht zu sein scheinen, in der Interaktion mit anderen zeigen sie jedoch eine übermäßige Schüchternheit, Ängstlichkeit, Unsicherheit sowie Vermeidungsverhalten.[1]Dennoch können sie Kindergarten und Schule durchlaufen, ohne dass irgendjemand merkt, dass sie Ängste oder Probleme haben. Sie können, vor allem im schriftlichen Bereich, den Leistungsanforderungen genügen und gelten schlichtweg als still und zurückhaltend.[2]

Inkompetentes Verhalten kann sich bei sozial unsicheren Kindern auf die Sprechweise sowie auf Mimik und Gestik beziehen. Viele der Kinder antworten gar nicht auf Fragen oder nur einsilbig und sprechen zu leise oder undeutlich, während andere zwar viel reden, jedoch kein kommunikativer Austausch stattfindet.[3] Die meisten dieser Kinder sind nicht in der Lage, längeren Augenkontakt zum Interaktionspartner zu halten. Diese Blickkontaktunfähigkeit wird in verschiedenen Studien als entscheidendes Merkmal sozial unsicheren Verhaltens aufgefasst.[4] Viele sozial ängstliche Kinder lassen auf dem Gesicht keine Gefühlsregung erkennen. Da die meisten sozial kompetenten Kinder gern und viel lachen, fällt bei den unsicheren Kindern deutlich der mangelnde Ausdruck von Freude auf. Eine Reihe dieser Kinder zappelt mit den Beinen und spielt nervös mit den Fingern, während sich andere kaum bewegen und ihre Motorik steif wirkt und nur verlangsamt erfolgt.[5]

Solche Kinder können sich in sozialen Anforderungssituationen nicht behaupten. Daher versuchen sie oftmals Sozialkontakte zu vermeiden bzw. halten sie nur unter starkem Unbehagen aus. Viele dieser Kinder haben zwar den Wunsch, Freundschaften aufzubauen, jedoch fällt es ihnen sehr schwer. Sie haben Angst, vor einer Gruppe zu sprechen, von anderen negativ bewertet zu werden, sich zu blamieren oder zu versagen. In Spielsituationen, insbesondere wenn ihnen unbekannte Kinder dabei sind, schauen sie meist nur zu und beteiligen sich nicht selbst. Sie zeigen lange Phasen ambivalenten oder unentschlossenen Verhaltens und neigen dazu, lieber parallel neben anderen Kindern alleine zu spielen oder sich zum alleinigen Spiel zurückzuziehen, sobald es Schwierigkeiten gibt. [6] Des Weiteren wagen sie es nicht, eigene Ideen zu äußern, eigene Bedürfnisse zu formulieren, sich gegen andere durchzusetzen oder „Nein“ zu sagen. [7]

Soziale Unsicherheit umfasst also viele verschiedene, sowohl verbale als auch nonverbale Verhaltensweisen. Um von sozial unsicherem Verhalten zu sprechen, ist es jedoch nicht notwendig, dass alle diese Verhaltensweisen gleichzeitig auftreten. Häufig sind die Mängel auch auf bestimmte Situationen und Personengruppen beschränkt, treten somit also situations- oder objektspezifisch auf. Manche Kinder und Jugendliche verhalten sich zu Hause in der gewohnten Umgebung und im Kreis der Familie unauffällig, während sie zum Beispiel in der Schule eindeutige Hinweise auf eine soziale Unsicherheit zeigen. Dies hat zur Folge, dass Eltern oftmals nichts von der Schwäche ihres Kindes wissen. [8]




















[1] Vgl. AHRENS-EIPPER/ LEPLOW, 2004, S. 10.[2] Vgl. PETERMANN/ PETERMANN, 2003, S. 2.[3] Vgl. [4] Vgl. PETERMANN/ PETERMANN, 2003.[5] Vgl. PETERMANN/ PETERMANN, 2003, S. 2.[6] Vgl. AHRENS-EIPPER/ LEPLOW, 2004, S. 12.[7] Vgl. AHRENS-EIPPER/ LEPLOW, 2004, S. 10.[8] Vgl. PETERMANN/ PETERMANN, 2003, S. 17.[